Im Frühsommer 2023 hatte ich die besondere Gelegenheit, den Stiegenaufgang am Rathausplatz „FoRUM“ der Gemeinde Rum mit einer meiner Arbeiten zu gestalten. Der belebte Vorplatz des Veranstaltungszentrums, ein Ort des täglichen Kommens und Gehens, erhielt dadurch eine neue visuelle Präsenz – und die positiven Rückmeldungen aus der Bevölkerung zeigen, wie sehr diese Intervention den Raum bereichert.
Für mich ist der Stiegenaufgang jedoch weit mehr als ein architektonisches Element. Er ist eine Bühne für Bewegung: Menschen steigen hinauf und hinab, verweilen, tragen ihre Geschichten mit sich, setzen ihren Weg fort. Diese Dynamik, dieses ständige Unterwegssein, ist ein zentrales Motiv meines künstlerischen Schaffens, das sich immer wieder mit Migration, Identität und Übergängen zwischen Welten auseinandersetzt.
Mit kräftigen Farben und fließenden Formen verwandelt die Arbeit die Treppe in ein visuelles Echo dieser Themen. Linien erinnern an Wege, die sich kreuzen, an Routen voller Hoffnung und Risiko. Farbflächen werden zu emotionalen Markern – kraftvoll, verletzlich, lebendig. Was im Atelier oft als Reflexion über Flucht, Heimat und Widerstand entsteht, findet hier seinen Platz mitten im Alltag.
So wird die Treppe zu einem offenen Kunstwerk, das nicht nur den Raum verändert, sondern auch die Wahrnehmung der Menschen, die ihn nutzen. Kunst kann überall dort wirken, wo Menschen sich bewegen – und Rum erhält mit dieser Arbeit nicht nur Farbe, sondern auch ein Stück jener poetischen Bildwelt, die mein gesamtes Schaffen prägt. Die Arbeit an diesem Projekt war eine große Freude.



