Für die Dreharbeiten der ORF‑Serie SOKO Donau im Jahr 2021 schuf der Künstler Gustavo Juárez ein außergewöhnliches Kunstwerk, das sich bewusst von klassischen Gemälden abhebt. Statt auf Leinwand oder Holz zu arbeiten, malte Gustavo den Engel direkt auf den Boden – ein künstlerischer Akt, der dem Bild eine besondere Intensität und Unmittelbarkeit verleiht.
Die Entscheidung, den Engel auf dem Boden entstehen zu lassen, wirkt wie ein Bruch mit traditionellen Darstellungsformen. Der Engel erscheint dadurch nahbar, verletzlich und zugleich kraftvoll, als würde er aus dem realen Raum der Szene herauswachsen. Die Bodenfläche wird zur Bühne, auf der sich Spiritualität und Alltagswelt berühren.
Die dynamischen Pinselstriche, die expressive Farbgebung und die leichte Unregelmäßigkeit des Untergrunds verleihen dem Werk eine rohe, authentische Energie. Der Engel wirkt nicht entrückt oder fern, sondern mitten im Geschehen, fast so, als würde er die Ermittler begleiten oder die Szene kommentieren.
Durch diese ungewöhnliche Technik entsteht ein Kunstwerk, das nicht nur visuell beeindruckt, sondern auch eine starke symbolische Ebene eröffnet: Ein Engel, der nicht über den Dingen schwebt, sondern dort erscheint, wo Menschen handeln, zweifeln, kämpfen und hoffen.

